Blog

Der Twitter-Konkurrent von Meta: Threads

NYBA
/
Threads – Meta’s New App
★★★★★
Lesedauer:
5 Min
Minuten

Die Mission von Threads
Die Tech-Welt entwickelt sich ständig weiter, und soziale Netzwerke bilden da keine Ausnahme. Ein aktuelles Beispiel ist der Start von Threads, einer neuen App von Meta, die als ernsthafte Konkurrenz zu Twitter positioniert wird.

Meta-Gründer Mark Zuckerberg hat ehrgeizige Pläne für Threads. In mehreren Äußerungen nannte er sein Ziel, eine Plattform für öffentliche Gespräche zu schaffen, die mehr als eine Milliarde Nutzer erreichen könnte. Das ist eine klare Antwort auf Twitter und dessen Eigentümer Elon Musk und unterstreicht den Anspruch von Meta. Zuckerberg möchte Threads zu einer Plattform für freundlichen Austausch machen, im Gegensatz zu dem aus seiner Sicht raueren Ton bei Twitter.

Diese Ambitionen sind nicht nur Worte. Kurz nach dem Start gewann Threads dank der enormen Reichweite von Meta Millionen Nutzer.

So funktioniert Threads
Threads ist eng mit Instagram verknüpft. Bei der Anmeldung wird Ihr Konto sofort mit Instagram verbunden. Sie können außerdem Ihr Instagram-Profil importieren und denselben Personen folgen wie auf Instagram.

In vielerlei Hinsicht ähnelt Threads Twitter. Das Hauptelement ist ein Feed, in dem Beiträge von Nutzern kommentiert oder geteilt werden können. Ein wesentlicher Unterschied: Der Feed kombiniert Beiträge von Personen, denen Sie folgen, mit algorithmisch empfohlenen Inhalten. Bei Twitter können Sie wählen, nur die Beiträge der Personen zu sehen, denen Sie folgen.

Derzeit unterstützt Threads keine Direktnachrichten, und die Suchfunktion erlaubt nur das Finden anderer Nutzer, nicht von Trendthemen. Meta hat angekündigt, dass bald weitere Funktionen hinzukommen könnten.

Threads in Europa
Threads ist in mehr als 100 Ländern gestartet, in der EU ist die App jedoch noch nicht verfügbar. Meta verweist auf regulatorische Unsicherheit, insbesondere in Bezug auf den Digital Markets Act, der begrenzt, wie Unternehmen Daten zwischen ihren Plattformen teilen dürfen. Instagram-Chef Adam Mosseri merkte an, dass es noch einige Zeit dauern könnte, bis Threads in der EU startet.

Threads in Deutschland installieren und nutzen
Auch wenn Threads in Deutschland offiziell nicht verfügbar ist, gibt es Wege, die App auf iPhone- und Android-Geräten zu installieren und zu nutzen. Die EU-Beschränkung betrifft vor allem die Verfügbarkeit im App Store und die IP-Prüfung beim Login, beides lässt sich umgehen.

Für iPhone: Sie benötigen eine Apple ID aus einem Land, in dem Threads verfügbar ist (zum Beispiel den USA oder Großbritannien). Nach der Installation können Sie in den deutschen App Store zurückwechseln.
Für Android: Die Installation ist einfacher, aber riskanter. Sie müssen die APK-Datei herunterladen und außerhalb des Play Store installieren.

Für die Nutzung der App kann ein VPN erforderlich sein, das einen Standort in den USA simuliert, einige Nutzer berichten jedoch, dass es auch ohne funktioniert.

Wichtig ist: Threads steht noch am Anfang. Funktionen wie Hashtags, die Suche nach Themen und eine große deutsche Nutzerbasis fehlen bislang, das kann sich mit künftigen Updates aber ändern.

Der Beginn einer neuen Rivalität und rechtlicher Auseinandersetzungen
Der Start von Threads markiert den Beginn eines direkten Wettbewerbs zwischen zwei der erfolgreichsten Unternehmer Amerikas, Mark Zuckerberg und Elon Musk. Twitter, das Musk kürzlich übernommen hat, erlebte Turbulenzen, darunter den Verlust von Werbekunden und die Abwanderung von Nutzern. Threads stellt eine ernsthafte Bedrohung dar, gestützt auf die finanziellen Mittel von Meta und etablierte Plattformen wie Facebook und Instagram.

Zuletzt drohte Twitter Meta mit rechtlichen Schritten und warf dem Konzern vor, vertrauliche Informationen und Insiderwissen von Twitter für die Entwicklung von Threads genutzt zu haben. Twitter-Anwalt Alex Spiro behauptete, Meta habe ehemalige Twitter-Mitarbeiter angeheuert, um eine „Copycat“-App zu erstellen. Meta-Sprecher Andy Stone wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, kein Mitglied des Threads-Technikteams habe zuvor bei Twitter gearbeitet. Twitter behält sich zivilrechtliche Schritte oder einstweilige Verfügungen vor und betont die Durchsetzung von Rechten am geistigen Eigentum.

Beeindruckende Nutzerzahlen
Trotz des möglichen Rechtsstreits gewann Threads schnell eine große Nutzerbasis. Bereits im ersten halben Tag hatte die App Berichten zufolge 30 Millionen Nutzer. Prominente und Marken wie Shakira, Jack Black, Airbnb, Guinness World Records, Netflix und Vogue stiegen in den ersten Stunden ein und steigerten die Popularität der App.

Eine ungewisse Zukunft
Trotz des starken Starts bleibt offen, ob Threads das Momentum halten kann. Analysten sind geteilter Meinung: Die einen sehen in der Plattform von Meta eine große Herausforderung für Twitter, Skeptiker verweisen darauf, dass anfänglicher Hype keinen langfristigen Erfolg garantiert.

Der künftige Erfolg hängt stark davon ab, ob die rechtlichen Auseinandersetzungen mit Twitter beigelegt und die regulatorischen Hürden in der EU gemeistert werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Threads Twitter als führende Plattform für öffentliche Gespräche wirklich herausfordern kann.

‍

threads-metas-new-app